Lernstrategien

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Es gibt unzählige Bücher, die Tipps und Tricks versprechen, damit Schüler und Studenten in Klassenarbeiten, Klausuren und Prüfungen bessere Noten erreichen. Zwei Neuerscheinungen aus dem Jahr 2020 habe ich gesichtet:

  • „Clevere Lernstrategien/Praktische Übungen zu Konzentration, Merkfähigkeit und Motivation“, Philipp Juran, Leipzig 2020.
  • „Lernen mit System-Geniale Lernstrategien für bessere Noten mit neuen Lerntechniken das volle Potential entfalten“, David Jung, Leipzig 2020.

Neben allgemeinen Erläuterungen, die den Einfluss der Motivation und Selbstdisziplin auf das Lernverhalten belegen, und Tipps zur Steigerung derselben beinhalten beide Bücher eine Beschreibung verschiedener Lerntechniken, die mehr oder weniger identisch sind.

David Jung bezieht sich zusätzlich noch auf die verschiedenen Lerntypen (visuell/auditiv/haptisch/intellektuell). Dabei zeichne sich der intellektuelle Lerntyp dadurch aus, dass er die Zusammenhänge erkennt, die Bedeutungen versteht und die logischen Strukturen erkennen kann (Jung, S. 37.).

Beide Autoren gehen auf Lernprobleme ein und geben praktische Tipps zur Umsetzung von erfolgreichem Lernen. Dabei informiert Juran zusätzlich über neuronale Lernprozesse im Gehirn und über emotionale Prozesse beim Lernen. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen leitet er dann seine Hinweise zur Motivation, zur Vermeidung von Lernproblemen und zur Prüfungsvorbereitung ab.

Schlussendlich benennen und erläutern Sie auch verschiedene Werkzeuge zum Lernmanagement und zur Selbstorganisation, wobei Jung auch noch einige Kreativitätstechniken anführt.

Im Folgenden gebe ich einen kurzen Abriss über die Lerntechniken und über die Werkzeuge zum Selbstmanagement. Bei diesem Abriss erkläre ich die jeweilige Methode, indem ich dich konkret informiere, was jeweils zu tun ist. Alle Lernmethoden weisen bestimmte Vorteile auf, jede für sich reicht für erfolgreiches Lernen, das vielfältig sein muss, nicht aus.

  • Die ABC-Technik: Nimm ein leeres Blatt Papier und notiere beginnend am oberen linken Rand von oben nach unten die Buchstaben unseres ABCs zu notieren. Fülle nun das ABC, indem du zu einem Thema, einer Vokabellektion, einem Buch (oder was auch du bearbeiten/lernen/wissen musst) einen passenden, d.h. dazugehörigen Begriff notierst.
  • Die LOCI-Methode: Verbinde beim Lernen Inhalte mit Orten. Überlege dir einen Ort (Zimmer/Wohnung/Garten/Schule/Wegstrecke). Überlege dir ein Thema, eine Vokabellektion, Fachbegriffe, ein Gedicht, ein Schema und notiere anschließend die Inhalte auf einer Liste. Nun legst du die Route fest. Laufe in einem bestimmten Scheme den Weg ab. Im letzten Schritt verknüpfst du die Wegpunkte mit deinen zu lernenden Begriffen auf der Liste.
  • Die SQR3-Technik: Verschaffe dir über das zu lernende Gebiet einen Überblick (survey), überfliege dabei kurz den Text, nimm Zwischenüberschriften und den groben Inhalt wahr. Nun stelle Fragen an den Text (question). z.B. Was möchtest du erklärt bekommen? Welche Begriffe sind dir unklar? Was erwartest du? Erst jetzt liest du den Text sorgfältig (read). Versuche dabei auch für dich die Fragen zu beantworten. Jetzt fasse die wichtigsten Inhalte zusammen (recite). Das erfolgt schriftlich, wobei die Form Text/Schaubild und/oder Tabelle frei gewählt werden kann. Der letzte Schritt dieser Methode heißt Rekapitulieren (review). Dabei überdenkst du den Inhalt und verknüpfst ihn mit Vorwissen und Wissen aus anderen Fachgebieten.
  • Mindmaps anfertigen: Lege ein konkretes Thema fest (nicht zu breit gefächert). Notiere das Thema in der Mitte des Blatts. Lege verschiedene Kategorien und Themenbereiche an. Notiere diese von der Mitte abgehend und teile dadurch das Blatt in verschiedene Bereiche ein. Notiere dann zu jedem Punkt Stichpunkte und Unterpunkte. Schreibe wichtige Begriffe auf, verwende Pfeile und Farben, um Zusammenhänge darzustellen.
  • Karteikarten: Notiere nur wenig Inhalt auf den Karten, also nur einen Satz oder einen Begriff pro Karte. Überlege dir ein System für alle Karten. Über lege dir ein sinnvolles und übersichtliches Wiederholungssystem und verwende einen Karteikasten.
  • Eselsbrücken: Eselsbrücken sind kurze und einprägsame Merksätze, die auch einem bestimmten Rhythmus oder Reim folgen können. Suche nach bestimmten Eselsbrücken, wenn du ein neues Thema bearbeiten musst.
  • Spickzettel: Fasse bei der Erstellung des Spickzettels kompakt und verständlich den Inhalt zusammen, schreibe ihn auf und ordne ihn auf einem Papier.
  • Podcasts: Nimm selbst einen Podcast auf. Trage dir dabei die zu lernenden Inhalte selbst vor.
  • Die KonMari-Methode: Entferne alles, was ablenkt oder unangenehm ist (auch auf dem Schreibtisch). Verliere dich nicht in Details, entferne nebensächliche Themen und Fragestellungen. Konzentriere dich auf das, was wichtig ist.
  • Clustern: Beginne mit einem Begriff und bilde davon ausgehend Ideenketten. Notiere alle Ideen, Bedeutungen und Inhalte, die man mit dem Begriff verbindet, eröffne neue Kategorien, so dass insgesamt ein Netz aus Ideen und Fakten entsteht.

Abschließend sei an Henning Beck erinnert, der in seinem Buch „Das Neue Lernen heißt Verstehen“ erläutert, dass gelingendes Lernen immer mit Tätigkeiten verknüpft sei, die eigene Aktivitäten beinhalteten, wie z.B. das Bilden von Eselsbrücken, Zusammenfassungen schreiben und Übersichten erstellen. Ebenso sei die Arbeit mit Karteikarten sehr effektiv. Letztlich passen die Aussagen aller drei Autoren zusammen und befürworten beim Lernen das Mitdenken und Kombinieren, die Faktoren, die den Lernerfolg bestimmen.

Nun zu den Werkzeugen:

  • GTD-Methode (Dinge erledigt bekommen): Lege Listen und Kalendereinträge an, um eine zuverlässige Übersicht über alle Pflichten zu erhalten. Die Listen haben unterschiedliche Schwerpunkte und sind für bestimmte Teilbereiche des Alltags. Notiere alles, was ansteht. Gliedere große Projekte in kleine Teilbereiche und terminiere sie gezielt. Erledige schließlich schrittweise die Aufgabe n.
  • Die Pomodoro-Technik: Lege gezielt nach 25 Minuten Arbeit 5 Minuten Pause ein, wiederhole diesen Zyklus viermal und mache dann eine 30minütige Pause, passe durchaus die Dauer der Phasen deinem eigenen individuellen Rhythmus an.
  • Alpen-Methode: Erstelle Tagespläne nach dem Prinzip Aufgaben aufschreiben, Längen schätzen, Pufferzeit einplanen, Entscheidungen treffen (=Reihenfolgen festsetzen und Priorisieren) und N
  • Die Eisenhower-Methode: Setze mit einer Matrix sinnvolle Prioritäten. Teile dabei die anstehenden Aufgaben in unterschiedliche Kategorien ein. Die vier Kategorien sind: wichtig und dringend, wichtig und nicht dringend, nicht wichtig und dringend und nicht wichtig und nicht dringend. Erledige zuerst die wichtigen und dringenden Aufgaben usw.

Ich denke, dass eine gute Kombination dieser 4 Methoden sicherlich zu guten Ergebnissen führt. In Kombination mit den Lerntechniken insgesamt garantiert eine gute Basis für gelingendes Lernen schlechthin – und natürlich auch im Fach Mathematik.

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